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Beispiellose 1-Milliarde-Dollar-Klage gegen Apple in Großbritannien
8 Monaten her von Adrian Müller

Britische App-Entwickler verklagen Apple wegen App Store Gebühren

Apple Inc., der amerikanische multinationale Technologieriese, steht in Großbritannien einer zunehmenden rechtlichen Prüfung wegen seiner App Store-Gebühren gegenüber. Das Unternehmen sieht sich mit einer bedeutenden Sammelklage in Höhe von 785 Millionen Pfund (etwa 1 Milliarde US-Dollar) konfrontiert. Über 1.500 App-Entwickler aus ganz Großbritannien haben sich zusammengeschlossen und äußern ihre kollektive Missbilligung gegenüber den angeblich monopolistischen Praktiken des Technologieriesen aus dem Silicon Valley.

In den rechtlichen Verfahren wird Apple beschuldigt, seine führende Position im Markt auszunutzen, indem es eine Gebühr von 15% bis 30% auf App-Verkäufe erhebt, die über seinen eigenen iOS App Store abgewickelt werden. Die Kläger argumentieren, dass diese Gebühren nicht nur überhöht, sondern auch kontraproduktiv seien, da sie Innovationen behindern und Verbraucher durch die Verteuerung von Apps beeinträchtigen.

Apple-Diagramm zeigt bullisches Momentum und Durchbruch des Allzeithochs im Juli 2023

Interessanterweise baut diese Klage auf den Erkenntnissen eines US-Kongressberichts im Juli 2022 auf. Der Bericht legte nahe, dass Apple seine dominierende Stellung über iOS und den App Store nutzt, um Wettbewerb zu unterdrücken und somit Barrieren für seine Konkurrenten schafft. Es wurde betont, wie das Monopol von Apple den Wettbewerb negativ beeinflusst, die Auswahl für Verbraucher einschränkt und zu steigenden Preisen führt.

Trotzdem betont Apple, dass seine Richtlinien fair seien und dass über 90% der aus Verkäufen und Abrechnungen generierten Einnahmen direkt den Entwicklern und Unternehmen zugutekommen. Das Unternehmen behauptet weiterhin, dass es eine globale Plattform für kleine Entwickler bereitstellt - die mehr als 90% aller Entwickler im App Store ausmachen -, um ihnen zu helfen, ein größeres Publikum zu erreichen und größere Entwickler zu übertreffen.

Die Klage in Großbritannien, die von Sean Ennis, einem Professor für Wettbewerbspolitik an der University of East Anglia und ehemaligem Ökonomen bei der OECD, geleitet wird, wird von der britischen Prozessfinanzierungsgesellschaft Harbour finanziert. Damien Geradin, Partner der Anwaltskanzlei Geradin Partners, der Ennis unterstützt, hat Apples Behauptung einer einheitlichen Gebührenanwendung in Frage gestellt. Er wies darauf hin, dass nur 16% der Apps der Provision unterliegen, was auf eine selektive Anwendung der Regeln hindeutet. Geradin wies auch auf die jährliche Gebühr von 99 US-Dollar hin, die Entwickler an Apple zahlen, und legte nahe, dass das Unternehmen seinen Store durch mehrere Kanäle monetarisiert.

Die Kläger hoffen, dass ihre Klage, wenn sie rechtzeitig eingereicht wird, mit der bestehenden Klage von Dr. Rachael Kent gegen den Apple App Store zusammengeführt werden kann. Diese frühere Klage, die 1,5 Milliarden Pfund (1,9 Milliarden US-Dollar) Schadensersatz fordert, wirft Apple vor, britische Kunden überhöhte Preise zu berechnen.

Mit seiner Vielzahl von Dienstleistungen und Produkten ist Apple bei Investoren sehr beliebt. Diese anhaltende rechtliche Herausforderung wird jedoch wahrscheinlich verstärkte Aufmerksamkeit auf sich ziehen und potenziell das Investorensentiment und die Marktdynamik beeinflussen. Ob diese Klage eine echte Bedrohung für die Dominanz von Apple darstellt oder nur ein kleiner Rückschlag in ihrem Betrieb ist, bleibt abzuwarten.

Häufig gestellte Fragen

Wie könnte sich diese Klage gegen Apple auf den Aktienkurs auswirken?

Rechtsstreitigkeiten können sich unterschiedlich auf den Aktienkurs auswirken. Während einige Investoren dies als ein Anzeichen für potenzielle regulatorische Probleme für Apple sehen könnten, was zu einem Rückgang des Aktienkurses führen könnte, betrachten andere dies möglicherweise als vorübergehendes Problem, das die langfristigen Aussichten von Apple nicht beeinträchtigt.

Was bedeutet die Klage für andere App-Entwickler und Händler?

Wenn diese Klage erfolgreich ist, könnte sie einen Präzedenzfall schaffen und möglicherweise zu einer Neugestaltung des App Store-Gebührensystems führen. Dies könnte Entwicklern zugutekommen, indem ihre Kosten gesenkt werden, und es könnte auch neue Investoren anlocken, die an Aktien von App-Entwicklungsunternehmen interessiert sind.

Wie wirkt sich diese rechtliche Herausforderung auf die Verbraucher aus?

Wenn die Klage zu niedrigeren App Store-Gebühren führt, könnten App-Entwickler die Einsparungen an die Verbraucher weitergeben, indem sie die App-Preise senken oder mehr in App-Innovation investieren, was zu einer verbesserten App-Qualität und -Funktionalität führen könnte.


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Adrian Müller
Adrian Müller
Autor

Adrian Müller ist ein erfahrener Finanzanalyst und leidenschaftlicher Schriftsteller. Er hat mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, sich durch das Labyrinth der Finanzen zu navigieren und sein Fachwissen in den Bereichen Investitionen, Volkswirtschaft und Marktanalyse zu vertiefen. Adrian ist bekannt für seine fundierten Kommentare zu Anlagestrategien und sein gutes Gespür für potenzielle Marktveränderungen. Zu seinen Spezialgebieten gehören Aktien, ETFs, fundamentale und technische Analyse sowie die globale Wirtschaft. Außerhalb der Finanzwelt geht Adrian gerne lange Strecken laufen und erkundet die Küchen der Welt. Bei Investora liefert Adrian fundierte Artikel, die sowohl neuen als auch erfahrenen Anlegern zu informierten und erfolgreichen Anlageentscheidungen verhelfen sollen.


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